Verbietet die BaFin den Bonitätsanleihen-Verkauf an Privatanleger?

Schaut man in die Depots deutscher Privatanleger, so findet man darin Bonitätsanleihen für rund sechs Milliarden Euro. Auch wenn das Wort „Anleihe“ eine gewisse Sicherheit impliziert, so handelt es sich bei diesem Finanzprodukt um ein sehr umstrittenes. Mit den Bonitätsanleihen wetten Anleger quasi auf die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erklärte, dass dieses strukturierte Produkt für institutionelle Investoren eine sinnvolle Anlagealternative sein könne, in die Hände von Privatkunden gehöre diese Bonitätsanleihe jedoch nicht. Verständlich, denn wie soll ein Privatkunde im Normalfall bewerten können, wie es um die Zahlungsfähigkeit des betreffenden Unternehmens (das sog. Referenzunternehmen) steht.

Wie die Untersuchungen der BaFin ergeben hatten, wurden in jüngster Zeit verstärkt Bonitätsanleihen für Privatkunden aufgelegt, ohne, dass die Kunden ausreichend über die Risiken dieses komplexen Produkts aufgeklärt wurden. Viele Anleger gehen aufgrund des irreführenden Begriffs „Anleihe“ davon aus, dass es sich bei diesen Zertifikaten um Zinspapiere handelt. Dazu kommt ein Interessenskonflikt: Denn die Bank, die eine Bonitätsanleihe auflegt, hält auch gleichzeitig Geschäftsbeziehungen mit dem Referenzunternehmen.

Bis jetzt hat die BaFin noch nie von ihrem Recht Gebrauch gemacht, ein Finanzprodukt zu verbieten. Im Fall des Verkaufs von Bonitätsanleihen an private Anleger könnte dies nun aber geschehen. Welche Auswirkungen ein Verkaufsverbot an Privatanleger der Bonitätsanleihe dann auf die bisherigen privaten Anleihegeber haben würde, bleibt abzuwarten.

 

 

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