Magellan Maritime Service Insolvenz: Container für den Privatgebrauch gefällig

Es schien so einfach wie Erfolg versprechend: Anleger kauften Seecontainer der Magellan Maritime Service GmbH (MMS, Hamburg), um sie umgehend wieder zur Vermietung an Reedereien in deren Hände zu geben. Feste Mietzahlungen sowie der spätere Rückkauf wurden garantiert. Nun könnten Investoren auf ihren Containern sitzen bleiben, MMS hat nämlich unlängst Insolvenz angemeldet. Geschädigte sollten nun schnellstens ihre Ansprüche prüfen lassen, so der Deutsche Finanzmarktschutz Verein (DFMS).

Rund 9.000 Anleger sollen über Direktinvestments ungefähr 350 Millionen Euro in die Container des MMS hineingesteckt haben. Zunächst schien auch alles glatt zu laufen, die Investoren bekamen regelmäßig Auszahlungen aus den Mieteinnahmen. Als diese plötzlich stoppten, verhieß dies schon nichts Gutes. Wenig später stellte das Unternehmen Antrag auf Insolvenz. Am 1. Juni 2016 eröffnete das Amtsgericht Hamburg dann auch das vorläufige Insolvenzverfahren. Die Eröffnung des Hauptinsolvenzverfahrens wird für Anfang September erwartet.

Nichtsdestotrotz sollen die Geschäfte zumindest zunächst weiterlaufen. „Woher die Mieteinnahmen nun urplötzlich herkommen sollen wird dabei jedoch nicht verraten. Die Krise, in der die Containerschifffahrt nun schon seit einer ganzen Weile steckt, wird ganz sicher nicht von heute auf morgen verfliegen“, so der DFMS-Geschäftsführer H. Heinze (www.finanzmarktschutz.de). Auch dem MMS wurde diese zum Verhängnis, indem die Containernachfrage und -preise drastisch sanken und damit auch die Mietraten. In den Medien heißt es, dass Zahlungsschwierigkeiten von asiatischen Reedereien mitverantwortlich für den Auszahlungsstopp seien.

H. Heinze: „Für die Investoren ist jetzt schnelles Handeln angebracht. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Container zu einem Klotz am Bein verkommen.“ Doch wie sollen Anleger diese loswerden, wenn sie selbst Eigentümer sind? Ein Rückkauf durch MMS ist eher unwahrscheinlich, im Insolvenzverfahren höchstwahrscheinlich nur die ausstehenden Mietzahlungen als Forderungen anmeldbar.

Geschädigte sollten daher prüfen lassen, ob dem Kaufvertrag widerrufen werden kann und ob dies ratsam ist. „Vor allem wenn die Verträge im Internet oder in Haustürgeschäften geschlossen wurden, bestehen hierfür gute Chancen. Unter Umständen ist jedoch der Verkauf die bessere Alternative“, so Heinze. Auch sollten sowohl gegen MMS selbst als auch gegen Vermittler Schadensersatzansprüche geprüft werden. So könnte die versprochene Mietrate in Frage gestellt werden oder die Aufklärungs- und Beratungstätigkeit.

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