So negative Beeinflussung fehlerhafter Ad-Hoc-Mitteilungen beweisen

Nicht nur Anlageprospekte, auch so genannte Ad-Hoc-Mitteilungen, können Anlageentscheidungen beeinflussen. Generell muss der Anleger die Beeinflussung beweisen, um so Schadensersatzansprüche aus fehlerhaften Mitteilungen geltend zu machen. Eventuell können jedoch Beweiserleichterungen gegeben sein.

Immer mehr Anleger erheben Klage gegen Wertpapieremittenten, weil es zu Fehlern bei der Mitteilung über kursrelevante Informationen gekommen sein soll. Emittenten stehen jedoch in der Pflicht, diese Tatsachen unverzüglich und in korrekter Weise zu veröffentlichen. Sind sie ihrer Pflicht nach korrekten Ad-Hoc-Mitteilungen nicht nachgekommen, so können geschädigte Anleger Schadensersatzansprüche geltend machen. Dabei ist zu beachten, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen der fehlerhaften Ad-Hoc-Mitteilung und dem Entschluss, die Anlage zu zeichnen, bestehen muss. Da sich der Nachweis über diesen Zusammenhang als sehr schwierig erweisen kann, ist es ratsam, im Rahmen der Beweisführung professionelle Unterstützung zu suchen.

Auch sollte die Hilfe in Anspruch genommen werden, um zu erörtern, ob Möglichkeiten zur Beweiserleichterung gegeben sind. Es kommen sowohl das Instrument der sekundären Darlegungs- und Beweislast als auch das des Anscheinsbeweises in Betracht. Im Falle der sekundären Darlegungs- und Beweislast hat der Beklagte Beweise zu liefern. Ist es dem Kläger bei der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen weder möglich noch zumutbar nähere Angaben zu machen, dem Gegner jedoch schon, hat dieser die Tatsachen wahrheitsgemäß vorzutragen. Habbe und Giesele sprechen in ihrem Beitrag in der Neuen Zeitschrift für Gesellschaftsrecht (NZG 12/2016) in diesem Zusammenhang Insiderinformationen an. ur der Emittent weiß, wann genau er Kenntnis über solche Informationen erlangt hat. Dem Geschädigten wird jedoch erst im Nachhinein bewusst, dass dem Emittenten diese eher vorgelegen haben müssen als ihm selbst.

Der Beweis des ersten Anscheins kann unter Umständen bei schwer nachweisbaren, aber typisierbaren Geschehensabläufen Anwendung finden. So lassen gewisse Sachverhalte aufgrund der Lebenserfahrung Rückschlüsse auf eine bestimmte Folge zu. Der Ablauf gilt als bewiesen, wenn feststeht, dass es sich um einen üblichen Sachverhalt handelt. Es ist daher auch bei fehlerhaften Ad-Hoc-Mitteilungen im Einzelfall zu prüfen, ob dies der Fall ist. Diese Einzelfallprüfung sollte aber Fachleuten überlassen werden. Vor allem da auch bei Beweiserleichterungen in jedem Fall Beweise vorgebracht werden müssen.

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