Abgasskandal 2.0: Nun auch US-Sammelklage gegen Daimler

US-Bürger haben eine weitere Sammelklage gegen Daimler erhoben, weil bei bestimmten Mercedes-Modellen angeblich die Abgaswerte manipuliert werden. Damit verhärten sich die Vorwürfe gegen den Autohersteller.

Daimler wird verdächtigt, Mercedes-Benz Fahrzeuge mit Blue-Tec-Dieselmotoren mit einem so genannten „Defeat Device“ ausgestattet zu haben. Mit dieser Einrichtung lässt sich die Abgasnachbehandlung unzulässigerweise einschränken. Erkennt die Software, dass sich der Wagen im normalen Straßenverkehr befindet, wird die Abgasreinigung ausgeschaltet beziehungsweise heruntergefahren. Nur wenn das Auto gerade auf seinen Abgasausstoß hin überprüft wird, erfolgt die Reinigung ordnungsgemäß. Mit dem Einsatz dieser Software wird gegen Umweltgesetze verstoßen, da im Normalbetrieb die Abgasemissionen über den gesetzlichen Grenzwerten liegen.

Schon im Februar wurde in den USA eine Klage gegen den Autohersteller erhoben. Bei Temperaturen unter 10° Celsius wird die Abgasreinigung nämlich erheblich heruntergefahren. Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat diesbezüglich Vorwürfe gegen Daimler laut gemacht, da das niederländische Prüfinstitut TNO (mit deutschem TÜV vergleichbar) erhöhte Abgaswerte bei Mercedes-Wagen der C-Klasse ausmachen konnte. Inzwischen hat die DUH sogar Klage wegen Verbrauchertäuschung vor dem Landgericht Stuttgart eingereicht (Az. 34 O 21/16 KFH). Daimler gibt dabei zu, dass die Wagen eine Vorrichtung enthalten, die die Abgasreinigung zum Schutze des Motors bei niedrigen Temperaturen reguliert. Dies sei laut Gesetz jedoch erlaubt, ein „Defeat Device“ würde nicht zum Einsatz kommen.

Bei der neuen Sammelklage sind die Anschuldigungen noch gravierender. Jetzt wird Daimler sogar vorgeworfen, dass nicht nur bei niedrigen Temperaturen die Grenzwerte für den Abgasausstoß überschritten werden, sondern in fast allen denkbaren Fahrsituationen. Auch hier macht sich der Verdacht bei den Klägern breit, dass eine illegale Abschalteinrichtung zur Manipulation der Abgaswerte verwendet wurde. Daimler weist den Vorwurf über die Verwendung weiter zurück. Das US-Umweltamt EPA hat sich bisher nicht dazu geäußert.

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