Hauptbeschuldigter im Infinus-Prozess gibt Fehler zu, verneint Vorsätzlichkeit

Der frühere Geschäftsführer des Infinus-Finanzkonzerns hat zugegeben, dass Fehler passiert sind. Vorsätzlich betrogen habe er die Anleger aber nicht. Ein weiterer Angeklagter hat damit sein Schweigen gebrochen.

Bisher hatten die meisten der sechs angeklagten Ex-Manager der Infinus-Firmengruppe die Aussage vor Gericht verweigert. Nun hat der Hauptbeschuldigte im Prozess doch eine Erklärung abgeliefert und Fehler eingestanden, den Vorwurf des vorsätzlichen Betrugs jedoch zurückgewiesen. Wirklich überraschend kommt seine Aussage aber nicht. So hatte der Richter verlauten lassen, dass ihm ohne eine Aufklärung nach bisherigem Verfahrensstand neun Jahre Haft drohen. Ob die Erklärung des Hauptverdächtigen nun zu einer geringeren Strafe führt, muss abgewartet werden. Auch ist noch ungewiss, ob die anderen Mitangeklagten mit einer Aussage folgen. Falls ja, könnte dies das Urteil gegen den Hauptverdächtigen weiter beeinflussen.

Ein Schuldeingeständnis ist das natürlich nicht, eher das Gegenteil. So teilte der frühere Geschäftsführer vor dem Dresdner Landgericht mit, dass ihm zahlreiche Fachleute beteuert hätten, dass die Geschäfte zwar riskant, aber auch zu beherrschen seien. Eine ausführliche Erklärung über die Risiken seiner Geschäftsstrategie wäre so erfolgt, jedoch mit der Ergänzung, dass sie nicht verboten seien. Weder Wirtschaftsprüfer und Steuerberater noch Banken hätten bei der Einsicht in die Unterlagen etwas bemängelt. Auch hätte es immer wieder Kontrollen durch das Finanzamt gegeben. Er sei deshalb von der Rechtmäßigkeit der Geschäfte ausgegangen. Aus diesen Gründen hat er auch eine vorsätzliche Veruntreuung von Anlegergeldern mit betrügerischer Absicht verneint.

Der Infinus-Prozess läuft seit November 2015. Die Staatsanwaltschaft wirft den Ex-Managern des Konzerns die Betreibung eines Schneeballsystems vor. Das Strafverfahren läuft wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs im besonders schweren Fall und Kapitalanlagebetrugs. Auch der Wirtschaftsprüfer und der Steuerberater der Infinus-Gruppe stehen im Fokus der Staatsanwaltschaft.

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