Banken müssen bei fehlerhafter Widerrufsbelehrung Zinsen zurückzahlen

ratgeber

Immobilienkreditverträge, die zwischen September 2002 und Juni 2010 abgeschlossen wurden, können bei fehlerhafter Belehrung nur noch bis 21. Juni 2016 widerrufen werden. Werden entsprechende Verträge widerrufen, müssen auch die vom Kunden gezahlten Zinsen von der Bank erstattet werden.

Verträge, die keinen Hinweis auf das Widerrufsrecht enthalten und dessen Belehrung nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht, sind fehlerhaft. Unklare Formulierungen bei Vertragsabschluss sind laut Rechtsprechung eine Fehlerquelle (Az. XI ZR 33/08). Beginnt aufgrund solcher Fehler die Widerrufsfrist von zwei Wochen nicht zu laufen, können Kreditnehmer auch heute noch Rückzahlungen einfordern.

Hatte die Bank ein Muster für die Widerrufsbelehrung gemäß § 14 BGB-InfoV verwendet, wird vom Vertrauensschutz ausgegangen. Der vorgegebene Text muss jedoch eins zu eins übernommen werden. Viele Banken hatten in den Widerrufsbelehrungen eigene Formulierungen verwendet. Da diese Belehrungen somit fehlerhaft sind, können entsprechende Verträge auch heute noch widerrufen werden. Dies hat auch die Rückabwicklung getätigter Zinszahlungen zur Folge.

Es ist ratsam, Kreditverträge, die zwischen September 2002 und Juni 2010 abgeschlossen wurden, auf Fehler in der Widerrufsbelehrung prüfen zu lassen. Auch wenn Banken Widerrufe mit dem Hinweis auf Verjährung ablehnen, sollte fachmännischer Rat eingeholt werden. Die Ablehnung könnte unrechtmäßig sein und lediglich zur Abschreckung dienen.

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