Insolvenzverfahren gegen die EEV AG: Möglichkeiten der Anleger

Gegen die EEV Erneuerbare Energie Versorgung AG (Göttingen) wurde am 10. Februar das reguläre Insolvenzverfahren eingeleitet, die Staatsanwaltschaft Braunschweig soll sogar wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug ermitteln. Betroffene sollten Schadensersatzansprüche prüfen lassen.

Die Erneuerbare Energie Versorgung AG (EEV AG) gab zur Finanzierung eines Biomasseheizkraftwerks in Papenburg sowie eines Offshore-Windparks in der Nordsee Genussrechte heraus. Anlegern wurde eine Rendite von bis zu 9 % versprochen. Der Windpark wurde nie gebaut, für das Kraftwerk wurde im Mai 2015 die Zwangsversteigerung angeordnet.

Medienberichten zufolge könnte den meisten Anlegern nun der Totalverlust drohen. Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Stefan Denkhaus legte in einem Schreiben dar, dass Genussrechte-Inhaber im Insolvenzverfahren nachrangig, erst nach allen anderen Gläubigern, zu bedienen seien. Die Insolvenzmasse würde im Übrigen nicht ausreichen, um alle Forderungen zu erfüllen.

Geschädigte müssen ihre Forderungen mit professioneller Unterstützung im Insolvenzverfahren anmelden. Auch eine nachträgliche Anmeldung bis zur Beendigung des Insolvenzverfahrens ist möglich. Unter anderem wäre dabei zu klären, ob der Nachrang im Verfahren aufgehoben werden kann.

Zusätzlich kann eine Überprüfung auf Schadensersatzansprüche erfolgen. So ist zu erörtern, ob der Anleger über sämtliche Risiken ausreichend informiert wurde. Die Ansprüche könnten sich aus einer fehlerhaften Beratung oder der Prospekthaftung ergeben.

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