Infinus-Prozess: Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter

Wie die Sächsische Zeitung berichtet, stand der Betrugsprozess um den Finanzdienstleister Infinus heute kurz vor dem Abbruch. Die zwölf Verteidiger stellten einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter. Ausgerechnet die Verteidiger des undurchsichtigen Firmengeflechts werfen dem Richter Intransparenz in der Verhandlungsführung und heimliche Absprachen mit dem Staatsanwalt vor.

Prozessbeobachter können sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Verteidigung mit allen Mitteln versucht, den Prozess unnötig hinauszuziehen und zu behindern. So musste der Prozess im Dezember letzten Jahres unterbrochen werden, weil ein der seit zwei Jahren in U-Haft sitzende Andreas K. nach Angaben seines Verteidigers einen Hörsturz hatte.  Auch die Angeklagten hatten sich in der Vergangenheit wiederholt die Schuld zugeschoben, so dass es im Prozess kein echtes Weiterkommen gegeben hatte.

Ob diese Verzögerungstaktiken Auswirkungen auf das Verfahren haben werden, bleibt abzuwarten. Das Strafverfahren bleibt spannend; vor allem für Anleger. Diese können nämlich die Verantwortlichen im Rahmen des Strafverfahrens in Sachen Schadensersatz in Anspruch nehmen, ohne eigene zivilrechtliche Klage. Das Gericht kann im Strafverfahren ein sogenanntes Adhäsionsverfahren eröffnen. Eine gute Möglichkeit für Geschädigte zu ihren längst überfälligen Entschädigungen zu kommen.

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