Erste Aussage im Infinus-Prozess: Schneeballsystem bestätigt

Im Prozess gegen sechs ehemalige Infinus-Manager hat gestern ein 48-jähriger Mann ausgesagt. Der ehemalige Prokurist, der später im Firmenvorstand war sagte, dass über ein Geflecht von Firmen Wertpapiere, bzw. Nachrangdarlehen mit hohen Renditeversprechen ausgegeben wurden. Diese seien durch immer neue Abschlüsse und Eigengeschäfte bedient worden. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Schneeballsystem.

In der Anklage geht es um einen Schaden in Höhe von 312 Millionen Euro und 22.000 geschädigte Anleger. Der 48-jährige hatte sich schon während der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft geäußert und befindet sich seit Februar 2014 auf freiem Fuß; seine fünf mitangeklagten Kollegen sitzen seit November 2013 in Untersuchungshaft.

Das Gericht will zu dem Fall über 100 Zeugen anhören. Die Prozesstermine reichen weit bis ins nächste Jahr. Am morgigen Mittwoch soll weiterverhandelt werden.

Die meisten Firmen aus dem Infinus-Geflecht sind nach Bekanntwerden der Vorwürfe (2013) zahlungsunfähig geworden. Bis Ende letzten Jahres konnte Insolvenzverwalter Bruno Kübler rund 90 Millionen Euro Insolvenzmasse sicherstellen, insgesamt wird mit rund 150 Millionen Euro Bruttoinsolvenzmasse gerechnet. Geschädigte Anleger könnten so bis zu 20 Prozent ihres investierten Geldes wiederbekommen.

Ob die Anleger Chancen auf eine Geltendmachung weiterer Schadensersatzansprüche haben, muss im Einzelfall geprüft werden.

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